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IMA :: Institut für Medienarchäologie

Zum Begriff Medienarchäologie

Siegfried Zielinski prägte 2002 den Begriff in seinem Buch “Archäologie der Medien. Zur Tiefenzeit des technischen Hörens und Sehens.” Zielinski biegt den Zeitpfeil aus dem Jetzt heraus und richtet ihn durch zurückliegende Ereignisse und Personen auf eine mögliche Zukunft. Seine Aufmerksamkeit richtet sich auf Kuriositäten, welche für ihn ”Fundstücke aus der reichen Geschichte des Sehens, Hörens und Kombinierens mit technischen Mitteln” sind. Er verlässt somit den linearen Pfad der Geschichtsschreibung und eröffnet durch seine Fundstücke Möglichkeiten unterschiedlicher Zukunftskonstruktionen.

International

Schwerpunkt sind Ausgrabungen von Produktionen von Frauen im Bereich der elektronischen Kunst, deren Einbettung in den historischen Gesamtkontext und deren Sichtbarmachung für eine breitere Öffentlichkeit. Mit diesem Forschungsschwerpunkt könnte sich das Institut international plazieren und sich mit den wenigen bestehenden Institutionen, welche sich ebenfalls mit dieser Thematik beschäftigen, vernetzen. Beispielsweise wurde 2003 vom international zu den renommiertesten Institutionen zählenden MIT (Massachusetts Institut of Technology) das Buch ”Woman Art & Technologie” editiert von Judy Malloy, herausgegeben. Innerhalb dieser Forschungsmaterie sollte sich das Institut im Speziellen auf die akustischen Künste in all ihren Manifestationen konzentrieren.

Europäische Union

Kooperationen auf EU Ebene gewinnen zunehmend an Bedeutung. Nicht nur was die Finanzierung einzelner Projekte betrifft, sondern vor allem auch die inhaltliche Zusammenarbeit mit anderen Institutionen. Tendenziell werden die nationalen Kulturgelder europaweit immer weniger, eine Verschiebung in Richtung von der EU ausgeschütteten Kulturgeldern findet statt. Um aber an diese Gelder heranzukommen braucht es eine gut funktionierende Institution, welcher es möglich ist, den organisatorischen Aufwand zu bewältigen. Geografisch situiert im Großraum Bratislava, sollte die hauptsächliche Blickrichtung bei EU Kooperationen jedenfalls der Osten sein.

Regional

Ein Institut für Medienarchäologie könnte sich auf lange Sicht gut in den derzeit entstehenden Gesamtkomplex des Zentraldepots für Archäologie in Hainburg eingliedern. Begriffe wie eine Archäologie des Wissens oder die Methode der An-Archäologie (archos, der Führer im Gegensatz zu anarchos, Abwesenheit eines Anführers) stehen in medientheoretischen Auseinandersetzungen international zur Diskussion.

Weiters soll sich das Institut der Wissensvermittlung im Bereich digitaler Produktion widmen. Wie aus der “Studie zu Situation und Chancen im Kunst- und Kulturraum Hainburg mit besonderem Schwerpunkt auf die neu entstehenden Veranstaltungsäumlichkeiten des Zentraldepots für Archäologie und der Einbettung eines neu zu errichtenden Instituts für Medienarchäologie in die regionalen Strukturen” hervorgeht ist der Bedarf an Wissensvermittlung beispielsweise bei den Jugendlichen der Region vorhanden. Auch eine Anbindung an die Musikhochschule in Bratislava, sowie eine enge Kooperation mit der Musikschule Hainburg wären möglich.